| Düsseldorf 1967. In diesem Jahr eröffnet das Creamcheese, eines der legendärsten Lokale der Altstadtszene. Gegründet von Hans-Joachim und Bim Reinert - konzeptionell gestaltet von dem Bildhauer Günther Uecker, dem Filmemacher Lutz Mommartz und dem Allround-Künstler Ferdinand Kriwet - entstand in der Düsseldorfer Neubrückstraße die für damalige Verhältnisse wohl spektakulärste und originellste Kneipe der deutschen Szene. Angefangen bei der Ausstattung, wie etwa einer 20m langen Theke (damals ein absolutes Novum) mit Spiegel-Lamellen Rückwand, den bis zu 24 laufenden Fernsehern, einer zum Podium erhobenen Tanzfläche über der zum ersten Mal ein Stroboskop vielfach zum Einsatz kam, oder diverser Kunstobjekte wie einen Riesennagel als Objekt von Uecker, machte das Creamcheese wohl zur intellektuellsten Kneipe in der Zeit der End 60er. Weit über Düsseldorfs Stadtgrenze hinaus bekannt, stand der Name Creamcheese für einen progressiven Musiksound. Die hier aufgelegten Vinyl Scheiben waren nirgends sonst in Düsseldorf zu hören, oder falls doch, waren sie im Creamcheese schon lange wieder "out". Frank Zappa und Greg Lake ließen sich gelegentliche Visiten nicht nehmen. Die damals noch unbekannten Bands "Sweet Smoke" und "Tangerine Dream" hatten dort ihre Auftritte. Wer heute jemanden trifft, der Gruppen wie Dr.Z, Duffy, Sperrmüll, Steel Mill, Jericho, Twenty sixty six and then, Carmen, Xit, Neutrons, Kin Ping Meh, Neu oder Esperanto kennt, kann sicher sein, einen anderen Creamcheese-Gänger vor sich zu haben. |
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Zu hören waren nicht nur außerge- Das Creamcheese zog nicht nur Musik- und Tanzbegeisterte in seinen Bann, sondern auch illustre Gäste wie Joseph Beuys, Anatol & Günther Uecker zählten zum Stammpublikum. Angeregt durch die damaligen Besitzer Bim und Achim Reinert fanden diverse "Kneipentheater"- Aufführungen statt. Zum Zeit-Artikel, September 2009 Somit wurde das Creamcheese zu einem Gesamtkunstwerk und entwickelte sich zu einem Stück Zeitgeschichte. Der Nachbau der damaligen "Längsten Theke Deutschlands" konnte zeitweise im Düsseldorfer Ehrenhof Museum mit den original Exponaten bewundert werden. Erwähnung fand das Creamcheese auch in "Summer of Love", einer Ausstellung der Tate Liverpool in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt und der Kunsthalle Wien. Interessante Informationen findet Ihr auch im Buch "Was war los in Düsseldorf 1950 - 2000", Antonia Loick, Sutton Verlag. Ein weiteres Buch zum Thema Creamcheese: "Der Lichtraum" (Hommage a Fontana) und das Creamcheese im museum kunst palast. Zur Musealisierung der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er Jahre, Tiziana Caianiello, ISBN: 3-89942-255-4 . |