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SUMMER
OF LOVE - Psychedelische Kunst der 60er Jahre
Pressefotos
"Summer
of Love" ist eine Ausstellung der Tate
Liverpool in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle
Frankfurt und der Kunsthalle Wien. Ein zusätzlich
für die Ausstellungsstation in der Kunsthalle
Wien entwickelter Teil gibt Einblick in die
Ästhetik und das Zeitgeschehen der 60er Jahre
in Österreich. Ob psychedelisch, bewusstseinserweiternd
oder gattungsüberschreitend, die Sinne werden
auch hier strapaziert, Gesellschaftskritik vermengt
sich mit Vision und Österreichs Blumenkinder
entwerfen dionysische Utopien, die sich nahtlos
in die Reihe ihrer internationalen Proponenten
fügen.
Kurator:
Christoph Grunenberg, Tate Liverpool
KuratorInnen
Österreichteil: Markus Mittringer, Angela Stief
Ausstellungsarchitektur:
HOLODECK.at breuss ogertschnig
Mit
freundlicher Unterstützung von: Wiener Städtische
Kooperation:
Tate Liverpool, London; Schirn Kunsthalle Frankfurt;
Kunsthalle Wien
Kurator:
Christoph Grunenberg
Ausstellungsarchitektur;
UN Studio (Ben van Berkel, Caroline Bos)
mit
Arbeiten und Beiträgen von Isaac Abrams, Richard
Avedon, Lynda Benglis, Harold Cohen, Deep Purple,
Richard Hamilton, Robert Indiana, Yayoi Kusama,
Richard Lindner, John McCracken, Mati Klarwein,
Archigram , Hans Hollein, Haus Rucker &
Co, Boyle Family, Gustav Metzger, Lawrence Jordan,
Stan van der Beek, Andy Warhol, James Whitney,
Jud Yalkut, Nam June Paik, Verner Panton, Allen
Ginsberg, Timothy Leary, Ken Kesey, Velvet Underground,
u.a.
Stationen:
27.05.05
- 25.09.05 Tate Liverpool, London
02.11.05
- 12.02.06 Schirn Kunsthalle Frankfurt
12.05.06
- 03.09.06 Kunsthalle Wien
"Summer
of Love" ist eine bahnbrechende Ausstellung
über die psychedelische Kunst, die die einzigartigen
Verbindungen zwischen zeitgenössischer Kunst,
populärer Kultur und politischen Protesten in
den 1960er und frühen 1970er Jahren veranschaulicht.
Sie zeigt, dass Psychedelia eines der interessantesten,
zugleich aber auch eines der am stärksten vernachlässigten
Phänomene in der Geschichte des 20. Jahrhunderts
ist. Der Dialog zwischen psychedelischer Kunst
und politischer Revolution und Gegenkultur fand
seinen Niederschlag in einer einzigartigen Ästhetik,
welche die gesellschaftliche, politische, ethnische
und sexuelle Befreiung ausdrückte. Das Streben
nach einer ekstatischen Kunst förderte die Erweiterung
des Bewusstseins und die gewollte sinnliche
Überreizung. Erreicht wurde dies nicht selten
mithilfe von Halluzinogenen, die wesentlicher
Bestandteil der psychedelischen Bewegung waren.
Die Präsentation von über 350 Gemälden, Fotografien,
Filmen, Lightshows, Environments, Postern, Plattencovern
und Dokumentationsmaterial aus Europa, den USA,
Südamerika und Japan in einer Aufsehen erregenden
Ausstellungsarchitektur von UN Studio (Ben van
Berkel, Caroline Bos) unterstreicht den internationalen
Charakter der Bewegung.
Christoph
Grunenberg, Kurator der Ausstellung und Direktor
der Tate Liverpool: "Gerade in einer
Zeit, die sich wieder großzügig im Fundus
der Stil- und Formelemente der Kunst, des Designs
und der Musik der 1960er und 1970er Jahre bedient,
ist es wichtig, über eine rein nostalgische
Rezeption hinauszugelangen und den Blick für
das ursprüngliche kreative und visionäre Potenzial
jener Zeit neu zu schärfen. Die Ausstellung
bietet viele Entdeckungen, die uns nicht nur
den revolutionären Charakter sowie die Bedeutung
der Kunst und der Politik jener Jahre in einem
neuen Licht erscheinen lassen, sondern uns zugleich
eine Vorstellung von den Umwälzungen einer Epoche
vermitteln, die bis heute in unserem Denken
und Verhalten nachwirkt."
Max
Hollein, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt:
"Immer wieder hat es sich die Schirn
zur Aufgabe gemacht, signifikante künstlerische
und gesellschaftliche Entwicklungen zu thematisieren.
Es gab nicht viele Bewegungen im 20. Jahrhundert,
in denen Kunst und Alltagskultur in so symbiotischer
Form ineinander griffen. Eine der zentralen
Fragen an die Ausstellung "Summer of Love"
ist demnach, wie sich Kunst, die sich so bewusst
der klassischen institutionellen Praxis entzogen
hat, aus einer gewissen zeitlichen Distanz in
diese versetzen lässt."
Die
psychedelische Kunst wurde traditionell in den
Bereich der angewandten Kunst und des schlechten
Geschmacks verwiesen und stand dabei immer im
Schatten der historisch und institutionell sanktionierten
Kunst einer Epoche, deren Zentrum von Pop Art,
Minimal Art und Concept Art besetzt war. Tatsächlich
jedoch war der psychedelische Stil das Ergebnis
eines produktiven Wechselspiels zwischen Kunst,
Technik, Drogenkultur, Musik und zahllosen weiteren
Einflüssen, die eine außergewöhnliche,
zutiefst vom Geist der Emanzipation und der
Freiheit durchdrungene Ästhetik hervorgebracht
haben. Außerordentlich bedeutend war jene
durch die Erweiterung des Bewusstseins angestoßene
Erweiterung des Formen-, Farb- und Medienspektrums,
die mit einer neuen Raumerfahrung einherging.
Eine weitere zentrale Errungenschaft der Bewegung,
die schließlich in einer neuen, als Intermedia-,
Multimedia- oder Mixed-Media-Kunst bezeichneten
Hybridkunst kulminierte, war die Verschmelzung
ganz unterschiedlicher künstlerischer Techniken.
Erst diese Verschmelzung hat überhaupt jene
multisensorischen Spektakel ermöglicht, für
die die 60er berühmt wurden. Hinzu kam, dass
die visuellen Künstler jener Jahre anfingen,
mit Lightshows zu experimentieren, oder sich
als Musiker, Filme- und Modemacher, Designer
oder Architekten versuchten. Sie ließen
sich also auf eine enge Verbindung mit den ebenso
kurzlebigen wie beeindruckenden Hervorbringungen
der sich geradezu überstürzenden populären und
kommerziellen Kultur ein.
Psychedelische
Ästhetik und Politik hinterließen ihre
Spuren jedoch nicht nur in der populären Kultur,
sondern prägten auch wichtige Künstler und avantgardistische
Kunstbewegungen der damaligen Zeit. So setzten
Andy Warhol und Mark Boyle im Jahr 1966 bei
Livekonzerten in der New Yorker Diskothek Dom
und dem Londoner Untergrundclub UFO erstmals
Film- und Diavorführungen ein. Auch das Aufkommen
der Performance als wichtiger Kunstform fiel
mit den spielerischen Events der psychedelischen
Kunst zusammen, in denen der menschliche Körper
als vollwertiges und entwicklungsfähiges Wahrnehmungsinstrument
genutzt wurde, das man stimulierte, um einen
Zustand der ekstatischen Raserei bzw. der apathischen
Selbstversenkung zu erreichen.
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"Summer
of Love" bietet eine
Fülle von über 350 Arbeiten
aus den Bereichen Malerei, Skulptur,
Fotografie, Film, Video, Environment,
Architektur, Grafik-Design und
Mode. Darunter Arbeiten von
Isaac Abrams, Richard Avedon,
Lynda Benglis, Harold Cohen,
Richard Hamilton, Robert Indiana
(seine legendären "Love"-Bilder),
Yayoi Kusama, Richard Lindner
und John McCracken. Zu den zentralen
Environments der Ausstellung
gehört Mati Klarweins "New
Aleph Sanctuary" (1963-1971),
eine Arbeit, in der viele Motive
des Künstlers (die auch in seine
Entwürfe für Santana-Plattencovers
eingingen) in einer spektakulären
Installation zusammenfließen.
Verner Pantons begehbare amorphe
Möbellandschaften formulieren
Utopien eines befreiten und
entspannten Lebens. Die visionäre
Architektur ist mit Werken von
Archigram, Hans Hollein, Haus-Rucker-Co
u. a. vertreten.
Ein
besonderer Schwerpunkt der Präsentation
liegt auf Environments sowie
Film-, Video- und Multimediainstallationen,
die das Erlebnis psychedelischer
Lichtshows und Konzerte eins
zu eins wiederzugeben versuchen.
So setzte Andy Warhol für "Exploding
Plastic Inevitable" und
Auftritte von "The Velvet
Underground" Lichtshows
sowie Film- und Diaprojektionen
ein. Zu den bedeutendsten filmischen
Installationen der Schau zählt
ein Raum mit einer Mehrfachprojektion
von Filmen der Boyle Family,
die erstmals in Lichtshows für
die psychedelische Band "The
Soft Machine" verwendet
wurden, sowie eine Flüssigkristallprojektion
von Gustav Metzger. Das Medium
Film greift die Ausstellung
an Beispielen von Lawrence Jordan,
Stan VanDerBeek, Andy Warhol,
James Whitney, Jud Yalkut und
Nam June Paik in Form von großformatigen
Projektionen auf. Dokumentarische
Sektionen über die psychedelische
Szene in den Städten New York,
San Francisco, London und Frankfurt
bieten in der Sektion "Mapping
the Underground" den
historischen Hintergrund und
rufen zentrale Personen wie
den Schriftsteller Allen Ginsberg,
den LSD-Guru Timothy Leary oder
Ken Kesey, der sich mit seinen
Merry Pranksters der Popularisierung
psychedelischer Drogen verschrieb,
in Erinnerung.
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Aus
Anlass der Ausstellung "Summer of Love"
wird die Schirn Kunsthalle in Kooperation mit
der Galeria Kaufhof, Frankfurt, eine großangelegte
neue Arbeit von Yayoi Kusama an der Fassade,
den Schaufenstern und Teilen der Innenräume
der Galeria Kaufhof sowie in der Schirn-Rotunde
realisieren.
"Summer
of Love" ist eine Ausstellung der Tate
Liverpool in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle
Frankfurt und der Kunsthalle Wien. Die Ausstellung
wurde in Liverpool (27. Mai - 25.September
2005) in der Schirn (2. November 2005 -
12. Februar 2006) und in Wien (12. Mai -
3. September 2006) gezeigt.
KATALOG:
"Summer of Love. Psychedelische Kunst
der 60er Jahre." Hg. von Christoph Grunenberg,
Tate Liverpool. Mit einem Vorwort von Christoph
Grunenberg, Max Hollein und Gerald Matt sowie
Texten von Joe Austin, Barry Curtis, Diedrich
Diederichsen, Günther Feuerstein, Christoph
Grunenberg, Dave Hickey, Uwe Husslein, Chrissie
Iles, Barry Miles, Markus Mittringer, Simon
Reynolds, Catherine Sadler, Sally Tomlinson
und Fred Tomaselli. Deutsche und englische Ausgabe,
273 Seiten, 276 Farb- und 47 Schwarzweißabbildungen,
Tate Publishing Millbank, ISBN 1 85437 595 4
(englisch), Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2005,
ISBN 3-7757-1670-X (deutsch).
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